Made in China, ein Begriff, der viele Jahre für Produkte von niedriger Qualität stand. Unterhaltungselektronik, elektronisches Spielzeug, keine Produkte, von denen man eine lange Lebensdauer erwarten kann. Garantie bis ……, naja eigentlich gar nicht. Made in China, ein Begriff, der einst von Japan geprägt wurde, um auf die minderwertige Qualität chinesischer Produkte im Vergleich zu denen aus Japan hinzuweisen.
Made in Germany, in den letzten Jahrzehnten ein Begriff, der für hohe Qualität steht. Ein Konzept, wenn es darum geht, gute Produkte zu kaufen. Die besten Messer kamen aus Solingen, Firmen wie Krupp, Siemens und Bosch waren der Qualität verpflichtet. Und wer ein anständiges Auto wollte, kaufte sich einen Mercedes oder BMW. Wenn Sie weniger Geld zur Verfügung hatten, vielleicht einen VW, aber selbst dann erwarteten Sie, dass es lange hält.
Doch woher kommt eigentlich der Begriff „Made in Germany“? Ist das ein Prädikat, das sich die deutsche Industrie einst gegeben hat, um ihre herausragende Qualität auf dem Weltmarkt zu unterstreichen?
Nein, weit gefehlt. Gehen wir in der Geschichte zurück bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, der Ära der industriellen Revolution, als die mechanisierte Industrie aufkam und sich vor allem in England bereits auf einem hohen Niveau befand. Der beste Stahl und die besten Messer kamen aus Sheffield (*). Das war weltweit bekannt, auch im damaligen Deutschland. Und so wurden die Messer aus Sheffield von deutschen Fabriken kopiert.
Leider waren diese aufgrund schlechterer Stahlqualität und minderwertiger Prozesse nicht von der gleichen Qualität wie die Sheffield-Messer. Die Folge war, dass die Industrie im damaligen England verlangte, deutsche Messer mit dem Hinweis „Made in Germany“ zu kennzeichnen, um dem Verbraucher klar zu machen, dass er ein minderwertiges Produkt kaufte. Dies wurde 1887 in Großbritannien in einem Gesetz verankert.
Und jetzt, etwa 150 Jahre später, sehen wir die Analogie zum Made in China-Zeichen. Sicherlich gibt es immer noch Produkte aus China, die von geringerer Qualität sind, Spielzeug und Unterhaltungselektronik werden dort immer noch produziert, aber allmählich sehen wir auch, dass sich viele Produktionsfirmen auf dem Markt hochgearbeitet haben und dass die verwendeten Geräte und Techniken, aber auch die Kompetenz und das Qualitätsbewusstsein von Management und Mitarbeitern auf ein höheres Niveau gestiegen ist.
Und das in vielen Betrieben, wo man früher reihenweise Leute, vor allem junge Leute, von Hand löten sah, wo jetzt die Lötroboter stehen, die diese Arbeit übernommen haben. Etwas, das zu einer besseren Beherrschbarkeit der Prozesse geführt hat und diese auf ein Niveau gebracht hat, das das übertrifft, was in einigen europäischen Produktionsunternehmen zu sehen ist.
Es stellt sich also die Frage, wie lange es dauert, bis „Made in China“ gleichbedeutend mit den hochwertigsten elektronischen Produkten ist, die man auf dem Markt kaufen kann. Wird China dann verlangen, dass europäische und amerikanische Unternehmen ihre Produkte mit „Made in Europe“ und „Made in USA“ kennzeichnen, um auf die geringere Qualität hinzuweisen?
(*) Martensitischer Edelstahl wurde vor mehr als hundert Jahren in Sheffield, England, erfunden. Doch schon lange zuvor wurden hier allerhand neue Techniken erfunden, unter anderem von einigen Pionieren der Stahlverarbeitung wie Benjamin Huntsman und Henry Bessemer.
— Frank Huijsmans
